Helsinki Citizens´Assembly
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Helsinki Citizens´ Assembly

- Deutsche Sektion -

Wer wir sind

Die Aufgabe der gesamteuropäischen Integration  muß von einer breiten Öffentlichkeit getragen werden. Der Helsinki-Prozeß ist zu wichtig, um  allein den Regierungen und den Politikern  überlassen zu werden, die an ihre jeweiligen nationalen Prioritäten gebunden sind. Dieser Prozeß bedarf der ständigen Verstärkung und Vertiefung durch die Einbeziehung von Bürgerinnen und Bürgern aller Unterzeichnerstaaten der KSZE.“
 
(Aus dem Prager Gründungsappell von 1990)
 
Nach dem Ende des Ost-West Konfliktes entstanden neue Hoffnungen auf ein Europa ohne Grenzen. In dieser Zeit kamen Menschen- und Bürgerrechtsgruppen  und einzelne Persönlichkeiten aus ganz Europa zusammen und gründeten 1990 in Prag die
 
Helsinki Citizens´ Assembly (HCA)
 
Die HCA ist ein internationaler Zusammenschluss von Bürgerrechts- und Menschenrechtsgruppen, sozialen Bewegungen und Initiativen aus allen OSZE-Staaten - ein Netzwerk von 19 nationalen Sektionen. Auch Gruppierungen aus Parteien, Gewerkschaften oder Kirchen sind dabei. Ziel ist es, ein demokratisches, gerechteres und ziviles Europa von unten aufzubauen und über politische, ethnische und religiöse Schranken hinweg miteinander zu sprechen und gemeinsam zu handeln.
 
Wie kam es dazu?
 
Erste Initiativen für die HCA entwickelten sich aus den Oppositionellen - Kreisen der Charta ´77 in der ehemaligen CSSR. Kontrollierend und ergänzend zum KSZE-Prozeß der Regierungen (1) sollte ein Helsinki-Prozeß von unten konstituiert werden. Das Schlüsselwort der Gründungsversammlung im Herbst 1990 in Prag hieß  „europäische Integration von unten, als Projekt dercivil society". Eröffnet wurde die Versammlung von Vaclav Havel, teilgenommen haben ca. 1000 Menschen.                                                      
 
1) Auf der Grundlage, die Menschen- und Bürgerrechte einzuhalten, verpflichteten sich 1975 im Abkommen von Helsinki 35 Staaten zu einer friedlichen Umgestaltung Europas.  (KSZE - Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa. Die KSZE hat sich 1994  in OSZE - Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa umbenannt.)
 
Die deutsche Sektion der HCA
 
 1993 wurde die deutsche Sektion der Helsinki Citizens´ Assembly gegründet. Die Gründungsmitglieder kamen aus den neuen und alten Bundesländern und gehörten einem breiten politischen Spektrum an.
 
Die derzeitigen Vorstandsmitglieder sind: Ingrid Lottenburger, Gülistan Gürbey und Hans-Jochen Selle,  Die Geschäftsstelle wird von Beate Roggenbuck geführt.
 
Wie arbeitet die HCA?
 
Die HCA arbeitet auf mehreren Ebenen: Es gibt 19 nationale Sektionen mit eigenen Schwerpunkten, Regionalvertretungen in Georgien und Bosnien- Herzegowina sowie  das HCA - Jugendnetzwerk.
Koordiniert wird die internationale HCA derzeit von der französischen Sektion.
 
Projekte der deutschen Sektion
 
Wer sich mit den Grundgedanken und Zielen des Prager Appells in Einklang fühlt, sich für ein verträgliches Zusammenwachsen Europas engagieren möchte und sich auch nach der Erweiterung der EU für eine demokratisches und gleichberechtigtes Zusammenleben engagieren möchte als aktiver Teil der civil society, die- oder derjenige sollte mit uns versuchen, den Karren wenigstens etwas aus den alten herrschenden Gleisen zu schieben.
 
Die deutsche Sektion arbeitet derzeit  an folgenden thematischen Schwerpunkten:
 
● Vorbereitung der Konferenz:
                       
    30 Jahre KSZE –Schlussakte:
    Minderheiten in der Europäischen Union – Rückblick und Perspektiven
    Am 28./29.07.05 in Berlin
 
● Lobbyarbeit gegen grenzüberschreitende Kinderprostitution und Frauenhandel
 
Die grenzüberschreitende Kinderprostitution im deutsch – polnisch- tschechischen Grenzbereich hat erschreckend zugenommen. Die HCA engagiert sich für den Schutz der Kinder, die häufig aus Romafamilien stammen und fordert geeignete und konsequente Maßnahmen gegen den Missbrauch. Es findet eine enge Zusammenarbeit mit anderen Initiativen statt, die sich um die Opfer kümmern, aber auch mit Behörden und engagierten Politikern/ Politikerinnen. Weiterhin ist die HCA aktiv gegen den in den letzten Jahren dramatisch ansteigenden Frauenhandel aus Osteuropa. 
 
●  Ziviler Friedensdienst europaweit  (ZFD )
 
Ziviler Friedensdienst und andere Maßnahmen präventiver Politik sind  wichtige Instrumente einer vorausschauenden Friedenspolitik. Die Arbeitsgruppe möchte HCA - weit den ZFD als wichtiges Instrument einer gesamteuopäischen Friedensordnung   bekannt machen.
 
●  Deutsch- Tschechische Versöhnung
 
1996 wurde im Rahmen der Tagung „Deutsche und tschechische Frauen im Versöhnungsprozess“ von Frauen beider Länder und verschiedener Generationen das Deutsch-Tschechische Forum der Frauen gegründet. Die Initiative ging von Frauen der tschechischen und deutschen Sektion der HCA aus. Damit wurde ein klares Zeichen zur Fortführung des zivilgesellschaftlichen Dialogs und zur konkreten Zusammenarbeit  in einer Zeit der Spannungen  auf Regierungsebene gesetzt. Das Forum steht allen Frauen offen, die sich der Förderung und der Vertiefung der deutsch-tschechischen Beziehungen widmen wollen. Die Aktivitäten umfassen Informationsaustausch, Seminare  und Projekte und werden in  Kooperation mit dem Frauennetzwerk für Frieden durchgeführt. 
 
 
Internationale Projekte und Aktivitäten
 
Zivile Konfliktbearbeitung und Friedenspolitik
 
Wichtige Arbeitsschwerpunkte waren und  sind vor allem die Konfliktgebiete Balkan und Kaukasus. Die HCA arbeitet über ihre regionalen Büros in Tuzla, Sarajevo (Bosnien) und Banja Luka (Rep. Srpska) sowie in Tiflis (Georgien) eng mit demokratischen  (Oppositions)- Politikern und zivilen Initiativen zusammen.
 
Demokratie und BürgerInnenrechte
 
Lokale HCA-Gruppen organisieren Projekte, die sich auf Menschen- und Minderheitenrechte konzentrieren. Eine Hauptaufgabe besteht darin, die BürgerInnenrechte und - beteiligung bei der Gestaltung Europas zu stärken.
 
Internationales Jugendnetzwerk
 
Um junge Leute für internationale Bürgerrechtsarbeit zu interessieren und zur Mitarbeit zu gewinnen, hat die internationale HCA ein spezielles Jugendnetzwerk aufgebaut und jährlich thematische Sommerschulen für internationalen Dialog und Verstehen in verschiedenen Ländern organisiert.
 
Lobbyarbeit für Roma 
 
Um der zunehmenden Ausgrenzung  und Verfolgung von Roma und Sinti zu begegnen, hat die internationale HCA ein eigenes Projekt für die gesellschaftliche Integration von Roma und Sinti entwickelt.
 
Aus dem Prager Appell 1990:
 
„Die Arbeit  der Versammlung beruht auf der Verpflichtung gegenüber  gemeinsamen Werten. Sie sollen geprägt sein von dem Bewußtsein, dass Frieden, Demokratie und Menschenrechte unmittelbar zusammengehören. Unser Ziel ist  eine europäische Einheit in der Vielfalt. Wir wollen eine umfassend entmilitarisierte und sozial gerechte Gemeinschaft erreichen, deren ökonomische Entwicklung nicht auf Kosten der Umwelt geht. Wir streben eine multikulturelle Gesellschaft an, die offen ist gegenüber dem Süden.“
 
Mitarbeit und Mitgliedschaft sind  sehr erwünscht
Der Jahresmitgliedsbeitrag für Verdienende beträgt  120 €, ermäßigt 60 €  und für Nichtverdienende  30 €. Als Mitglied erhalten Sie alle Einladungen zu HCA – Aktivitäten und Informationen über die  deutsche Sektion.
 
 

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